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THYSSENKRUPP TECHNOLOGIES IN RUSSLAND |
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Strategien für einen boomenden Markt |
Lebensqualität | In Nishnij Nowgorod, wo Uhde seine Kapazitäten ausbauen will, zählt das Dramatheater zu den kulturellen Highlights. |
Russland ist einer der größten Energieproduzenten der Welt. Die Investitionen in Erschließung und Weiterverarbeitung der Rohstoffreserven sind hoch dadurch gewinnt der Markt besonders für den Anlagenbau von ThyssenKrupp Technologies zunehmend an Bedeutung. Doch nicht nur dort sind Unternehmen des Segments erfolgreich. |
Gute Perspektiven unter dieser Kurzformel könnte man zusammenfassen, wie sich die geschäftliche Lage für die in Russland aktiven Unternehmen von ThyssenKrupp Technologies darstellt. Noch immer gibt es zwar Einschränkungen, aber insgesamt gelten die Verhältnisse im ehemaligen Ostblockstaat inzwischen als stabil und die Bedingungen für ausländische Unternehmen sind ordentlich. Dazu kommt eine aus Sicht des Segments besonders erfreuliche Entwicklung: Es wird mittlerweile kräftig investiert in die Erschließung des reichen Rohstoffvorkommens Russland verfügt über ein Drittel der weltweiten Gas-, sechs Prozent der Öl- und die zweitgrößten Kohlereserven. Auch die Veredelung der Rohstoffe wird immer wichtiger. Entsprechend steigt der Bedarf an Öl- und Gasverarbeitender Chemie, an Förder-, Umschlags- und Aufbereitungsanlagen für Erze und Kohle sowie an Zement für Infrastrukturprojekte. Dadurch wiederum ergeben sich viele Möglichkeiten besonders für die im Anlagenbau tätigen Unternehmen Uhde, Polysius und ThyssenKrupp Fördertechnik. Alle drei verstärken ihre Aktivitäten in Russland derzeit deutlich.
Drei Milliarden Euro Potenzial
So entwickelt OAO Uhde, die russische Tochtergesellschaft von Uhde, derzeit eine neue Vertriebsorganisation mit Standort in Moskau, um stärker und eigenständiger am Markt auftreten zu können (siehe auch Interview Seite 12). Außerdem werden noch in diesem Jahr die Kapazitäten durch einen weiteren Engineeringstandort in Nishnij Nowgorod deutlich erweitert. ThyssenKrupp Fördertechnik prüft die Gründung einer eigenen Gesellschaft in Russland. Und Polysius tut ebenfalls einiges, um seine Tochtergesellschaft POLMOS weiterzuentwickeln und den Absatz von Dienstleistungen und Produkten für Zement- und Minerals-Industrie zu steigern. Dabei werden zum Beispiel lokale Ingenieursleistungen gemeinsam mit Uhde erweitert und Trainings von Vertriebs- und Projektmitarbeitern vorangetrieben. Das Marktpotenzial in Russland und der Region liegt für uns insgesamt bei zwei bis drei Milliarden Euro Investitionsvolumen, so Silke Klausen, Leiterin Marketing and Sales Strategy bei ThyssenKrupp Technologies. Nicht nur der Anlagenbau sehe gute Möglichkeiten, davon zu profitieren, auch andere Business Units wie zum Beispiel Mechanical Components hätten gute Perspektiven. Entsprechend gewinnt der Markt insgesamt immer mehr an Bedeutung für ThyssenKrupp Technologies. Wir gehen auch für die kommenden Jahre von stabilen Wachstumsraten aus. Eine Voraussetzung dafür wird das neue TechCenter Moskau bieten als Plattform für die expandierenden Business Units des Segments.
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Stadtbild | Die Stroganov-Kirche von Nishnij Nowgorod wurde 1719 im Stil des russischen Barocks erbaut. |
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Volle Auftragsbücher
Dass die Zeichen in Russland auf Wachstum stehen, zeigt ein Blick auf einzelne Entwicklungen: Der Markt im Zementanlagenbau boomt. Für Polysius stehen neben aktuellen Aufträgen kurz- und mittelfristig weitere Projekte mit einem Volumen in dreistelliger Millionenhöhe an.
Belebung gibt es auch beim Umschlag von Schüttgütern. So hat ThyssenKrupp Fördertechnik gerade den Auftrag für eine Anlage zum Kohlenumschlag erhalten. Weitere Vergabeentscheidungen werden insbesondere im Bereich Hafenumschlag in Kürze erwartet. Dazu kommen Projekte in anderen Bereichen. OAO Uhde erwartet ebenfalls weitere Steigerungen beim Auftragseingang und stockt daher die Zahl der Mitarbeiter in Russland auf zunächst 400 auf. Mittelfristig sollen weitere 150 hinzukommen. Klausen: Die hohen Bestände zeigen, dass die Unternehmen sich gut positioniert haben und eine starke Rolle spielen beim weiteren Ausbau des russischen Markts.
Verschiedene Bereiche am Start
Und das gilt nicht nur für Plant Technology, sondern auch für andere Business Units. Im Bereich Mechanical Components zum Beispiel arbeitet Rothe Erde an der Stärkung seiner Marktstellung. Hintergrund hier ist das hohe Wachstum auf dem Bau-sektor durch den Ausbau der Infrastruktur. Dadurch werden zunehmend Bagger, Turm- und Fahrzeugkräne benötigt, in denen die Wälzlager von Rothe Erde zum Einsatz kommen. Berco wiederum organisiert seinen Vertrieb von Ersatzteilen neu und weitet die Zahl der Importeure aus, um am zu erwartenden Wachstum bei Laufwerken und Komponenten für raupengetriebene Maschinen teilzunehmen. Dabei ist in den kommenden Jahren laut Schätzungen ein Marktanteil von bis zu 28 Prozent möglich, was eine Verdreifachung des heutigen Volumens bedeuten würde.
Aktivitäten gibt es außerdem in der Autozulieferung, wo Bilstein Suspension weiterhin gute Chancen sieht und daher derzeit die Optionen für den Ausbau der Aktivitäten prüft. Russland bleibt also nicht nur im Fokus, sondern wird in den kommenden Jahren immer wichtiger werden für ThyssenKrupp Technologies. Vor allem im Anlagenbau, aber längst nicht nur dort, wie die vielfältigen Aktivitäten der Segment-Unternehmen zeigen.
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