inside-online 3 | 2008
NEUE HOCHSCHULKOOPERATION
Partner in Nishnij Nowgorod


Kontakt | Die ersten gemeinsamen Projekte mit russischen Studenten wurden im Juni gestartet.

In Deutschland arbeitet ThyssenKrupp Technologies seit langem eng mit Universitäten zusammen. Jetzt wird dieses Modell auch auf Russland
übertragen.


Warum Russland, und warum ausgerechnet Nishnij Nowgorod? Diese Fragen stellte sich ThyssenKrupp Technologies Vorstandsmitglied Ralph Labonte selbst, als er vor einigen Wochen in der östlich von Moskau gelegenen drittgrößten Stadt des Landes weilte. Die Antworten hatte er schnell gegeben: „Russland ist ein wichtiger Markt für uns, in dem wir zweistellig wachsen wollen. Und Nishnij Nowgorod ist ein großes industrielles Ballungszentrum, in dem mehrere unserer Konzernunternehmen tätig sind.“ Dazu kommt: An der Staatlichen Technischen Universität der Stadt werden 20.000 Studenten ausgebildet, viele davon in technischen Fächern. Und genau die hat Technologies im Fokus bei der Suche nach hochqualifizierten Ingenieuren. Daher freute sich Labonte umso mehr, bei seinem Besuch den Startschuss für die erste Hochschulkooperation seines Unternehmens auf russischem Boden geben zu können: „Es ehrt uns sehr, dass auf Seiten der Universität Interesse an einer langfristigen Zusammenarbeit mit dem ThyssenKrupp Konzern besteht.“

Die wurde nunmehr offiziell begonnen, nachdem beide Seiten seit Herbst vergangenen Jahres Ideen ausgetauscht und in Konzepte gegossen hatten. Die erste gemeinsame Aktivität ist ein im Juni 2008 stattfindendes betriebswirtschaftlich orientiertes Planspiel, das bereits bei anderen Kooperationen erfolgreich eingesetzt wird. „Für Ingenieure ist es zunehmend wichtiger, neben rein fachlichen auch betriebswirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen und in ihre Arbeit einzubringen. Das Planspiel gibt dabei einen guten ersten Einblick“, so Julie Shimizu aus der Zentralabteilung Management Development von ThyssenKrupp Technologies.

Ergänzend werden Arbeitsfelder und -alltag des Unternehmens vorgestellt. Weitere Aktivitäten wie Veranstaltungen für Schüler oder Praktikumsangebote sind geplant. Shimizu: „Zu Beginn konzentrieren wir uns bewusst auf einige wenige Aktivitäten, um erste gemeinsame Erfahrungen zu sammeln. Auf Dauer ist vieles denkbar. Schließlich ist die Kooperation langfristig angelegt und soll stetig so weiterentwickelt werden, dass beide Seiten davon profitieren.“

Vor allem Uhde hat mit seiner 1994 gegründeten Tochter OAO Uhde bereits ein starkes Standbein in Russland. Mehrere andere Unternehmen aus dem Konzern und dem Segment Technologies sind ebenfalls vor Ort aktiv und übernehmen Aufträge. OAO Uhde wächst stark und wird schon bald Bedarf an jungen Ingenieuren haben. Allerdings geht es bei der Hochschulkooperation nicht allein um unmittelbare Rekrutierung: „Wir wollen junge Leute für technische Berufe begeistern, sie in ihrem Studium unterstützen und einen Bezug zur Praxis herstellen“, so Labonte. Nicht zuletzt will sich ThyssenKrupp Technologies natürlich auch als attraktiver Arbeitgeber präsentieren, der sich frühzeitig um potenzielle Nachwuchskräfte kümmert. Labonte: „Wir würden uns freuen, gut ausgebildete russische Ingenieure in Zukunft als Mitarbeiter begrüßen zu dürfen.“

www.nntu.sci-nnov.ru/nstu.html

   
 

Besiegelt | Ralph Labonte und Professor Vladimir Petrovich Kirienko machen die Partnerschaft perfekt.